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Selbstverteidigung Für Kinder, Frauen und Senioren |
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Die Taktik im Kampf | |
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Definition: Als Taktik wird ein System von Handlungsplänen und Entscheidungsalternativen bezeichnet, dass in einem begrenzten Kontext einen optimalen Erfolg gegenüber dem Gegner ermöglicht. Kontext und ZielUm nun die richtige Taktik auswählen zu können, muss zunächst der Kontext und das Ziel, bei dessen erreichen wir von Erfolg sprechen wollen, bestimmt werden. Im Taekwon-Do geht es um das gewinnen von Kämpfen. Hierbei lassen sich, orientiert an der Motivation, grundsätzlich zwei Arten von Kampf unterscheiden:
Während es beim sportlich fairen Wettkampf darum geht, einen anderen Kämpfer, in der Regel der gleichen Kampfstilrichtung, nach einem festgelegten Punktesystem zu besiegen, geht es in der Selbstverteidigung darum, möglichst unversehrt aus einer bedrohlichen Lage zu entkommen, bei der wir von einem Gegner ausgehen müssen, der sich nicht fair verhält und möglicherweise ein überraschendes Repertoire an Angriffstechniken beherrscht. Das Ziel der Selbstverteidigung ist somit klar beschrieben: Schnelle Kampfunfähigkeit des Angreifers und möglichst eigene Unversehrtheit. Der Kontext in dem sich die Taktik bewegt ist wie folgt abgegrenzt: Ein oder mehrere Angreifer mit oder ohne Waffen die es auf Leib, Leben oder Besitz eines unbewaffneten Verteidigers abgesehen haben und weder fair kämpfen noch von ihrem Angriff ablassen, bis sie ihr Ziel erreicht haben. Aspekte einer erfolgreichen TaktikDie Taktik, die im Ernstfall zum Erfolg führt muss individuell auf die Situation angepasst sein. Die Taktik ist abhängig von der Umgebung, der eigenen Fähigkeit und Konstitution sowie vom Angreifer. Eine Taktik setzt sich aus den drei folgenden Elementen zusammen: 1. Den zehn grundsätzlichen Prinzipien 2. Der Art des Angriffs 3. Den eigenen Techniken und Kombinationen Zehn grundsätzliche Prinzipien1. Steh auf und sei selbstbewusst und stark. Wenn du müde oder verletzt bist, zeig es nicht deinem Gegner. 2. Sei Wachsam und klar im Geiste. Befreie Dich von der Furcht zu unterliegen oder dich zu verletzen ebenso, wie von dem Verlangen zu siegen. 3. Beobachte die Umgebung und deinen Gegner aufmerksam und lasse dich nicht überraschen. Unterschätze niemals deinen Gegner. 4. Halte dir den Rücken frei. Lass dich niemals in eine Ecke oder vor eine Wand drängen. Greifen dich mehrere Gegner an, bringe immer einen der Angreifer zwischen Dich und die anderen. 5. Nimm die Schutzhaltung ein. Jeder Gegenangriff setzt eine 100 % - ige Deckung und Gleichgewicht voraus. 6. Kämpfe ökonomisch. Verschwende keine Energie in sinnlosen Aktionen. Greife nur die vitalen Stellen des Gegners an. Atme ruhig und gleichmäßig. Verkrampfe dich nicht und bleib in Bewegung. 7. Beachte die Reichweite des Gegners. Bleibe auf Abstand (Fußreichweite) aber weiche nicht ohne Not zurück. 8. Wenn die Distanz (Fußreichweite) vom Angreifer unterschritten wird, fange den gegnerischen Angriff zum frühest möglichen Zeitpunkt ab. Blockieren, Ausweichen, Kontern. Stoße schnell, hart und konsequent zu, sobald du kannst. Wann immer du zuschlägst, tue es mit totalem Einsatz. Löse dich nicht und fliehe nicht. Kämpfe bis zum Sieg. 9. Verwende möglichst einfach Techniken und Kombinationen die für alle Varianten eines Angriffs anwendbar sein. Komplizierte Sachen funktionieren unter Stress nicht oder nur mit Glück, wenn man sie nicht mehrere tausend mal im Training geübt hat. 10.Kämpfe schlau. Tu genau das, was dein Gegner nicht von dir erwartet und nicht von dir möchte. Versuche nie zweimal hintereinander das gleiche. Die Art des AngriffsJeder Angriff unterliegt physikalisch und anatomischen Rahmenbedingungen, die auch ein noch so geübter Angreifer nicht ändern kann. Lediglich die Geschwindigkeit, die Kraft und die Präzision können variieren. Zunächst die vier Reichweiten (Abbildung 1) eines Angreifers. Ein geübter Kämpfer kann etwa zweieinhalb Meter im Bruchteil einer Sekunde mit einem Sprung überwinden. Innerhalb dieser Entfernung ist äußerste Konzentration gefordert. Der Verteidiger sollte innerhalb dieser Reichweite dem Angreifer niemals den Rücken zudrehen und versuchen zu fliehen. Die zweite Entfernung ist die Fußreichweite von etwa eineinhalb Metern. Diese Distanz ist nach Möglichkeit zu halten, da man hier lediglich durch einen Sprung zu erreichen ist, den man jedoch im Ansatz erkennen kann. Unterschreitet man diese Distanz befindet sich der Verteidiger in Fußreichweite und läuft Gefahr, durch eine Finte des Angreifers abgelenkt, durch einen Tritt getroffen zu werden. Danach kommt die Faustreichweite von etwa einem Meter und danach die so genannte „Infight“ - Distanz, die Reichweite des Ellenbogen von maximal einem halben Meter. Da wir bei der Selbstverteidigung immer davon ausgehen, dass der Angreifer stärker ist und eine bessere Kondition hat als der Verteidiger gilt es innerhalb dieser Entfernungen den Angreifer so schnell als möglich kampfunfähig zu machen. Ein zurückweichen scheidet wegen der Erreichbarkeit durch den Fuß aus. Abbildung 1: Reichweiten Lässt man die Höhen zunächst unberücksichtigt, kann ein Angriff nur gerade oder im Halbkreis von rechts oder links erfolgen. Dies gilt sowohl für Angriffe mit dem Arm als auch für Tritte. Selbst wenn der Angreifer springt, sich dreht oder Schlag- bzw. Stichwaffen benutzt, der Angriff kann nur aus den drei Richtungen erfolgen. Abbildung 2: Angriffsrichtungen Betrachtet man zusätzlich die dritte Dimension (Abbildung 3), so kann der Angriff entweder direkt von vorne kommen, oder von unten nach oben bzw. von oben nach unten erfolgen. In der Regel sind die Schultern und der Unterleib die natürlichen Grenzen für derartige Angriffe. Abbildung 3: Angriffshöhen Zusammenfassend bleibt also festzustellen dass ein Angriff im Grunde nur aus fünf Richtungen erfolgen kann. Von oben, von unten, von links, von rechts oder direkt von vorne. Dabei ist es unerheblich, ob der Angreifer mit dem Fuß mit der Faust, mit der Handkante oder einer Hieb- oder Stichwaffe angreift, es bleiben die fünf Richtungen. Je näher der Angreifer seinem Gegner ist, desto mehr Angriffswerkzeuge wie Hand Fuß, Ellenbogen usw. kann er einsetzen und desto geringer wird die Reaktionszeit des Verteidigers. Reflexartige Techniken und KombinationenUnter Beachtung der taktischen Prinzipien und der Art des Angriffs kann der Verteidiger die eigenen Blocktechniken und Konter auswählen, die am wahrscheinlichsten zum Erfolg führen. Hierzu ist es hilfreich, wenn der Verteidiger über ein gewisses Repertoire von einfachen Techniken und Kombinationen verfügt, die er ohne zu denken „abrufen“ kann. Je sicherer eine Technikkombination beherrscht wird, desto größer ist die Erfolgswahrscheinlichkeit. Im traditionellen Taekwon-Do werden diese taktischen Überlegungen immer wieder geübt. In den Formen (Tul genannt) werden einzelne Techniken geübt. Festgelegte Partnerübungen (matsoki) helfen Entfernungen und Kombinationen zu trainieren. Das Timing zwischen Angriff und Abwehr wird dann im Kampf oder in der Selbstverteidigung unter realitätsnahen Bedingungen verfeinert. Wissenschaftliche Untersuchungen bei russischen Ringern haben gezeigt, dass eine Technik mindestens 1800 mal in verschiedenen Situationen geübt werden muss, damit sie einigermaßen beherrscht wird. |
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